Qigong 氣功

Die ersten bekannten schriftlichen Aufzeichnungen über Qigong sollen vom mythischen »Gelben Kaiser« Huáng Dì im dritten Jahrtausend v. Chr. veranlasst worden sein. Sein zweibändiges medizinisches Fachwerk gilt als grundlegend für die Ausbildung in der chinesischen Medizin. Die älteste bis heute überlieferte Form wurde um 300 v. Chr. zusammengestellt.

Traditionslinie über Jahrtausende

Prof. Lei Bin (Sportuniversität Wuhan) sieht sogar eine Entwicklungslinie bis zurück ins Neolithikum. Lei bezieht sich auf eine jungsteinzeitliche Felsritzung, die einen tanzenden Menschen zwischen Mond (steht für Yin) und Sonne (steht für Yang) zeigt.

Taijitu, das Symbol für Yin und Yang.

Aus dieser Felsritzung soll sich über Jahrhunderte und Jahrtausende auch das Taijitu (太極圖, Taiji- oder Yin- und Yang-Zeichen) entwickelt haben. Der Oberbegriff »Qigong« für verschiedene chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsformen selbst ist deutlich jünger. Er stammt aus den 1950er Jahren. »Qi« hat die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum (Wirkung, Zauber, Aura, Hauch). »Gong« bedeutet Arbeit, auch Fähigkeit oder Können.

Klinische Anwendung von Qigong

Die deutschen Krankenkassen betrachten Qigong als reine Entspannungsmethode. In der Volksrepublik China begann 1953 eine Forschungsgruppe unter Leitung des Arztes Liu Guizhen, Qigong als klinische Therapie wissenschaftlich zu untersuchen. Seitdem wird die regulierende Wirkung auf Nerven-, Herz-Kreislauf- und Muskel-Skelett-System immer weiter erforscht. Verschiedene Qigong-Formen werden seit vielen Jahren in China klinisch angewandt – u.a. in der Krebstherapie.


Unsere Angebote:
In unseren Kursen (Leitung: Matthias Gottwald) bieten wir die Übungsformen Yi Jin Xing Qi Fa (Wandle Muskeln und Sehnen und bewege das Qi), Wu Qin Xi (Das Spiel der fünf Tiere), Ba Duan Jin (Die Acht Brokate), 5-Elemente-Taiji, Taiji-Langform nach Yang (Teil 1) und Die 18 Übungen der Harmonie an (Leitung: Matthias Gottwald, Peggy Tautz).


Quellen: Liu Yafei, Innen Nährendes Qigong – Neiyanggong, München, 2008; mit Material von Wikipedia, Duden